Die Hanftag 2010 Nachrichten
Gutes Wetter, gute Stimmung, miese Cops
Der Hanftag 2010- ein zweischneidiges Erlebnis.
Am 8ten Mai fand auf der ganzen Welt eine Großdemonstration zugunsten der Legalisierung von Hanf statt. Der Global Marijuana March, welcher seit über zehn Jahren versucht die geltende Gesetzeslage grundlegend zu verändern und den sinnlosen „War on Drugs“ für immer zu beenden.
Seit dem letzten Jahr beteiligt sich auch die Berliner Hanfszene aktiv mit dem Hanftag an dieser Bewegung, um zu zeigen, dass man auch hier nicht länger die Umstände akzeptieren möchte, denen ein Kiffer oder ein Hanfpatient in diesem Land seit Jahrzehnten ausgesetzt ist.
Daher versammelten sich alle Teilnehmer und Verantwortlichen ab 14:30 Uhr vor dem Brandenburger Tor um friedlich und mit sorgfältig ausgewählten Redebeiträgen der geladenen Gäste Forderungen, Wahrheiten und Lügen aufzudecken, die unsere Politiker seit Gedenken mit einem müden Lächeln abwinken, um weiterhin ihre kontraproduktive Repression zu fahren.
Während am ersten Hanftag 2009 eine lockere, gechillte Atmosphäre von Seiten der Polizei zu vermerken war, entsprach der diesjährige Auftritt unserer Gesetzesvertreter eher einem Aufmarsch zu Randaleveranstaltungen aufmüpfiger Fußballfans. Ungefähr jeder dritte Besucher des Hanftages wurde von den Damen und Herren in Grün sorgfältig kontrolliert, nur weil sie ins Beuteschema passten und sich freiwillig, öffentlich zeigten.
Der Slogan des Hanftags 2010 „Verstecken ist nicht mehr!“ wurde somit von der hiesigen Polizei wohl leider als Aufforderung zur Fleißarbeit verstanden.
Aber was soll man von Menschen die ständig eine zu enge Mütze tragen auch anderes erwarten?
Mehrere Gespräche mit den Kontaktbeamten ergaben leider auch keine Verbesserung der Polizeiarbeit und wurden mit Sicherheitsbedenken gerechtfertigt. Daher suchten die Beamten wohl auch gewissenhaft in den Portemonnaies der Anwesenden nach Schuss und Stichwaffen, um eine mögliche, gewalttätige Eskalation der knapp 200 Anwesenden Hanffreunde zu verhindern.
Die Organisatoren des Hanftagen werden sich dazu etwas überlegen müssen, damit sich diese Situation für niemanden wiederholt. Ein solches Durchgreifen der Beamten ist ein Dolchstoß für eine derartige, absolut friedliche Veranstaltung aktiver Legalisierer, die sich endlich mal auf die Straße trauen, um für ihr Recht zu demonstrieren. Jeder der während des Hanftags von der Polizei kontrolliert wurde, sollte sich bei der Stadt Berlin beschweren und zwecks möglichen Rechtsschritten bei den Organisatoren des Hanftags melden.
Trotz dieses äußerst negativen Auftakts der Demonstration flutschte die restliche Veranstaltung wie geplant und ohne weitere Zwischenfälle.
Der Zug der circa 200 Menschen, mit ihrem bunt geschmückten, Reggae spielenden Hanftag Paradewagen, wurde begeistert von den zufälligen Beobachtern und Berlin Touristen gefeiert, geknipst und abgefilmt, so dass man den Event als solchen auch trotz geringer Besucherzahlen als einen sinnvollen Beitrag zur Legalisierung von Cannabisprodukten zählen kann.
Denn nicht nur die Auftritte der geschätzten Redner aus der Berliner Hanfszene und der Marsch durch die Berliner Innenstadt sind als Erfolg zu werten, sondern auch die Verteilung vieler aufklärender Flugzettel an unbeteiligte Passanten, könnten möglicherweise einmal der Schlüssel zum Erfolg sein.
Die abschließende Hanftag Party im Berliner Yaam Club wurde von den Party Organisatoren Groovingsmokers und ihrem Reggae Label „ReggaeinBerlin“ ausgerichtet und sorgte mit zahlreichen, wohlbekannten Acts für eine tolle Stimmung über die ganze Nacht.
Der Hanftag dankt allen Beteiligten für die freundliche Unterstützung ihres Projektes und hofft, dass der diesjährige Event jedem Kiffer Grund genug für eine massive Wehr gegen willkürliche, polizeiliche Kontrollen gibt. So eine Behandlung können wir nicht länger ertragen.
